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Vorstand des Tennis-Club Münster e.V. überarbeitet Vereinsstrategie

17.01.2022

Vorstand des Tennis-Club Münster e.V. überarbeitet Vereinsstrategie
Wie kann man einen klassischen deutschen Verein zukunftsfähig machen?
Was sind die Bedürfnisse und Erwartungen der verschiedenen Mitgliedergruppen?
Wie kann man diese Bedürfnisse erfüllen, mit welchen Stellhebeln und wie kann man diese
finanzieren?
Mit diesen Fragen hat sich der Vorstand des TCM unterstützt von zwei Mannschaftsführern/-innen in
zwei Strategietreffen Ende des Jahres 2021 in einem systematischen Prozessi beschäftigt.
Die erste Frage dabei ist, wer sind eigentlich die Beteiligten, zu neudeutsch „Stakeholder“, des
Vereins und was sind deren Bedürfnisse. So unterscheiden sich die Anforderungen derjenigen
Mitglieder, die an Wettkämpfen teilnehmen, von den reinen Freizeit-Spielern.
Die Wettkampfspieler benötigen über geeignete Plätze und Trainingsmöglichkeiten hinaus noch eine
Mannschaft in einer geeigneten Spielklasse.
Für die Zukunft des Vereins wichtigste Gruppe ist die Jugend, mit ihren Anforderungen insbesondere
an das Training. Und am Ende braucht der Verein die Mitarbeit aller Mitglieder, aber insbesondere
einiger Ehrenamtlicher, die bereit sind, mehr in den Verein zu investieren.
Nachdem die Stakeholder und deren Bedürfnisse definiert sind, ist die Frage, mit welchen Mitteln
(Stellhebel) diese erfüllt werden können. Das sind natürlich zuallererst die Tennisplätze/-anlage und
damit verbunden auch die Platzvergabe und Trainingsangebote.
Nicht unwichtig für alle Mitglieder ist neben den Beiträgen aber auch das Umfeld, Veranstaltungen,
und Gastronomie.
Um Mitglieder zu gewinnen, muss ein Verein Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betreiben und für
die Finanzierung, ist neben den Mitgliedsbeiträgen auch das Sponsoring nötig.
Bei der Frage, wie man den Verein grundsätzlich ausrichten kann, gibt es grundsätzlich zwei extreme
Ausrichtungen:
1. Klassischer deutscher Verein
2. Verein als „Dienstleistungsunternehmen“
Der klassische deutsche Verein wird getragen vom Beitrag seiner Mitglieder, nicht nur in Form des
Mitgliedsbeitrages, sondern auch von der Arbeitsleistung der Mitglieder und Ehrenamtlichen, aber
auch von Arbeitseinsätzen zur Platzpflege oder Baumaßnahmen. Alle Sportvereine profitieren heute
davon, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Mitglieder hier zu hohem Einsatz bereit waren und
damit neben dem Sportbetrieb auch Werte in Form von Anlagen, Hallen, Sanitäreinrichtungen etc.
geschaffen haben.
Das andere Extrem ist der Verein als „Dienstleistungsunternehmen“. Dabei zahlen die Mitglieder
einen meist sehr hohen Mitgliedsbeitrag und nehmen dafür Leistungen des Vereins in Anspruch, die
von bezahlten hauptamtlichen Kräften oder bezahlten Dienstleistern erbracht werden.
Wie in der Wirtschaft ist das „optimale Model“ nicht schwarz oder weiß, sondern grau. Das heißt das
optimale Modell ist eine Mischung aus beiden Modellen. Die Kunst ist dabei, die richtige Balance zu
finden und zu definieren. Das war eine wesentliche Erkenntnis der Workshops.
Schon heute ist der TCM kein klassischer Verein mehr, sonst würden wir unsere
Frühjahrsinstandsetzung der Plätze immer noch von den Mitgliedern in Handarbeit durchführen.
Die Herstellung der Plätze mit den geeigneten Maschinen ein Vielfaches effizienter ist als in
Handarbeit durch Mitglieder. Auch eine Reinigung unsere Sanitärräume organisiert durch Mitglieder,
stelle ich mir heute schwierig vor.
Wie gesagt ist die Kunst, die richtige Mischung zwischen einem klassischen Verein und finanzierten
Leistungen zu finden. Dazu wurde im Workshop das „ideale Model“ und die Ausprägung der
Stellhebel für dieses optimale Model definiert und eine Vision und Mission für dieses Model
formuliert.
Vision:
„Der TCM ist ein moderner, sportlich erfolgreicher Tennisverein mit einer starken Gemeinschaft“
Mission:
„Der TCM bietet seinen Mitgliedern jeglicher Herkunft und Alter bei moderaten Beiträgen die
Möglichkeit, auf hochwertigen Anlagen den Tennissport als Leistungssport oder als Hobby auszuüben
und am gesellschaftlichen Leben im Verein teilzunehmen.“
Um die Maßnahmen zu entwickeln, mit denen sich der Verein in Richtung des „idealen Models“ und
der Vision/Mission entwickelt, wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse des Vereins durchgeführt und
die aktuelle Ausprägung der Stellhebel mit dem idealen Model verglichen.
Die Analyse hat gezeigt, dass der Verein sich in der Vergangenheit schon in Richtung des Optimums
bewegt hat, aber in den folgenden Bereichen noch Potential und Maßnahmen zur Verbesserung
gesehen wird:
1. Vereinsorganisation
 Neue, aktualisierte, schlanke Satzung
 Gesamtorganisation in einer Vereinsordnung definieren
 Beitragsstruktur vereinfachen, Alternative Beiträge mit und ohne Optimierung der
Anlage und des Angebots
2. Optimierung der Anlage
 Sanierungen Sanitärbereich/Pflaster/Zäune etc.
 Prüfung Konzept Traglufthalle; Einrichtungen, Investition/Betriebskosten
 Flutlicht, 2 Plätze, Konzept, Kosten
 Allwetter-Platz
3. Optimierung des Angebots/Eigen-Fremdleistung
 Angebot Gruppentraining für Erwachsene, 2 Stunden, jede Woche, fester Termin
 Einstellung eines Platzwarts für regelmäßige Pflege und Instandhaltungsleistungen
 Gemeinsame Veranstaltungen für Erwachsene und Jugendliche
Zu allen diesen Themen erarbeitet der Vorstand aktuell Konzepte und Alternativen mit den
entsprechenden Konsequenzen für den Verein aus.
Die Konzepte wird der Vorstand allen Mitgliedern in der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2022 (je
nach Entwicklung von Corona) vorstellen und die Alternativen zur Entscheidung vorschlagen.
Der Vorstand hofft daher auf eine rege Beteiligung bei der nächsten Mitgliederversammlung, bei der
die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden.
Vorstand des TCM/Januar 2022